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ONCOcurve führt vollständige Überlebenszeitanalysen direkt im Browser durch: Kaplan-Meier-Kurven, Log-Rank-Test (auch gewichtete Varianten), Cox-Regression und Zeit bis Erstbehandlung (TTFT). Sie laden oBDS-XML, CSV oder Excel, filtern und stratifizieren die Kohorte ohne Programmierkenntnisse und exportieren Grafiken, Tabellen und einen vollständigen PDF-Report. Alle Berechnungen laufen lokal auf Ihrem Gerät; es werden keine Patientendaten übertragen. Diese Seite erklärt jede Funktion Schritt für Schritt.

Filter

Filter schränken die analysierte Kohorte ein, ohne die Originaldaten zu verändern. Alle aktiven Filter werden im Ergebnis und in jedem Export angezeigt, sodass eine Analyse exakt reproduzierbar bleibt.

  • Filterbar nach: Geschlecht, Altersgruppe, ICD-10-Code, Tumorkategorie, UICC-Stadium, Grading, Primärfall, Diagnosejahr und Metastasierung. Filter lassen sich frei kombinieren.
  • Alle Filter liegen in der linken Seitenleiste.
  • Die Seitenleiste lässt sich über den Button am linken Rand ein- und ausklappen.
  • Auf kleinen Bildschirmen (Tablet, Smartphone) passt sich die Filterleiste an.
Upload

Laden Sie oBDS-XML- oder CSV-Dateien hoch.

Akzeptierte Formate

  • oBDS-XML (.xml)
  • CSV / Tab-getrennt (.csv, .txt)
  • Excel (.xlsx)

Die Spaltenreihenfolge ist beliebig. Die Zuordnung erfolgt über den Spaltennamen (Header). Akzeptierte Aliase pro Feld sind unten gelistet.

Pflichtspalten

  • event (status, vital_status, tod, …)
  • survivalTime (months, follow_up, …) ODER diagnosisDate + endDate/deathDate

Empfohlene Spalten

  • id (patient_id, pid, patnr, …)
  • tumorType (icd, icd10, diagnosis, …)
  • diagnosisDate (datum, erstdiagnose, …)

Optionale Spalten

gender, age, staging, grading, T/N/M, tumorCategory, primaerfall

Eigene Zusatz-Spalten

Beliebige weitere Spalten (z.B. „medication", „treatment_arm", „dose_mg") werden automatisch als Stratifizierungsvariablen verfügbar gemacht.

  • Numerische Spalten (auch mit Einheit wie „mg") bekommen ein Binning-UI (Quartile / eigene Schwellen).
  • Textuelle Spalten werden nach distinkten Werten gruppiert (Cap bei 30 Werten).
  • Einheiten werden automatisch konvertiert (Masse/Volumen/Länge/Zeit), wenn eine Spalte gemischte Einheiten enthält.

Zeit bis Erstbehandlung (TTFT)

Hat Ihre Datei eine Spalte firstTreatmentDate, schaltet das Tool automatisch auf den TTFT-Endpunkt um. Die Zeit läuft dann von der Erstdiagnose bis zur ersten Therapie (Ereignis), sonst bis zum letzten Kontakt (zensiert).

  • diagnosisDate: Erstdiagnose, dient als Startzeit t0.
  • firstTreatmentDate: Datum der ersten systemischen Therapie und damit das Ereignis. Leer lassen, wenn noch unbehandelt.
  • lastContactDate: letzter Kontakt und Zensurzeitpunkt. Bei Tod vor Therapie hier das Sterbedatum eintragen.
  • IGHV oder eine andere Spalte: freie Gruppierung zum Stratifizieren, etwa mutated und unmutated.

survivalTime und event müssen Sie nicht angeben, sie werden aus den Daten abgeleitet. Tod vor Therapie wird pragmatisch beim Tod zensiert (kein Fine-Gray-Modell).

Beispieldatei herunterladen (CLL, IGHV)
Beispieldateien

Alle mitgelieferten Beispieldateien an einer Stelle. Sie enthalten keine echten Patientendaten und lassen sich über den Upload direkt wieder einlesen.

oBDS-XML

Meldungen im oBDS-Format, wie sie ein Krebsregister ausgibt.

OncoBox-XML

Musterlösungen der Zertifizierungsboxen, je eine Datei pro Box.

Excel

Dieselbe Tabellenform als Arbeitsmappe, mit Zusatzspalten und einer Kohorte für die Zeit bis zur Erstbehandlung.

Sonderfälle

Dateien für einzelne Funktionen: Zusatzspalten, gemischte Einheiten, eingebaute Auffälligkeiten.

Die OncoBox-Dateien sind die veröffentlichten Musterlösungen der OnkoZert GmbH für Hersteller. Alle übrigen Dateien sind erzeugt.

Stratifizierung (Gruppenvergleich)

Teilen Sie die Kohorte in Gruppen, um ihre Überlebenskurven zu vergleichen. Wählen Sie ein Kriterium in der Seitenleiste; pro Gruppe entsteht eine eigene farbige Kurve, und Log-Rank-Test sowie Cox-Regression laufen automatisch.

  • Eingebaute Kriterien: unter anderem Geschlecht, Altersgruppe, T-, N- und M-Kategorie, Grading, Tumorentität und entitätsspezifisches Staging.
  • Eigene Spalten: jede zusätzliche Spalte aus CSV oder Excel (etwa PAM50 oder IGHV) wird automatisch als Stratifizierungsvariable erkannt.
  • Numerische Spalten (etwa Alter oder Laborwerte) werden in Gruppen eingeteilt, per Quantilen (2 bis 5) oder manuellen Grenzwerten.
  • Einzelne Gruppen lassen sich ein- und ausblenden; die Referenzgruppe der Cox-Regression ist frei wählbar.

Herkunft & Logik der Stratifizierungsvariablen

Die meisten Stratifizierungskriterien übernehmen ein Feld direkt aus der Datenquelle. Die T/N/M-basierten und die daraus abgeleiteten Kriterien normalisieren dagegen den Rohwert - die folgende Tabelle zeigt für jede Variable, welches Feld einfließt und nach welcher Regel die Gruppe bestimmt wird.

VariableQuellfeldLogik
Geschlecht, Grading, UICC-Stadium, N-/M-Kategoriegender / grading / staging.uicc / nCategory / mCategoryRohwert unverändert übernommen; leer → „Keine Angabe".
ICD-10 (Tumortyp), Tumor-KategorietumorType / tumorCategoryRohwert aus der Datenquelle, keine weitere Verarbeitung.
AltersgruppeageFehlendes/Alter 0 → „Unbekannt"; < 18 „Kind"; < 65 „Erwachsen"; ≥ 65 „Senior".
DiagnosejahrdiagnosisDateJahr aus dem Diagnosedatum extrahiert, jedes Jahr eine eigene Gruppe.
T-Kategorie, 1-/2-stelligstaging.tCategoryc/p-Präfix und (bei 1-stellig) Sub-Suffix werden ignoriert: cT1c/pT1 → T1 (1-stellig) bzw. T1C (2-stellig, Präfix entfernt, Suffix bleibt).
T-Kategorie klinisch/pathologisch, 1-/2-stelligstaging.tClinical / staging.tPathologicalWie oben, aber nur aus dem jeweiligen Feld. Ein Wert mit widersprüchlichem Präfix (z. B. ein cT-Wert im pathologischen Feld) wird komplett ausgeschlossen, nicht als „Keine Angabe" gezählt. Das Label behält das Präfix (z. B. „pT1a").
T-Kategorie klinisch/pathologisch (ungekürzt)staging.tClinical / staging.tPathologicalRohwert des jeweiligen Feldes ohne Digit-Trimming.
Tumor-Haupt-/SubkategorietumorType (ICD-10)ICD-10-Code wird gegen eine feste Zuordnungstabelle (solide vs. hämatologische Entitäten) geprüft; ohne Treffer „Solide Tumore/Sonstige".
AusbreitungskategorieT-/N-/M-KategorieAus TNM abgeleitet, siehe Tabelle unten.
Entitätenspezifisches Staging (Wiley)ICD-10, T-/N-/M-Kategorie, AlterICD-10 wird einer Wiley-Entität zugeordnet (Alter entscheidet bei Schilddrüse), das TNM-Tripel bestimmt dann das entitätsspezifische Stadium; siehe Abschnitt unten.
Krankheitsfreies Überleben (DFS)rezidivDatum / metastasenDatum / todDatum, Startdatum wählbar (Diagnosedatum oder Therapiebeginn)Ereigniszeitpunkt = frühestes von Rezidiv-, Metastasen- oder Todesdatum; ohne eines dieser Daten Zensierung am Nachsorgedatum. Nur Fälle mit erfüllten DFS-Einschlusskriterien (Complete Response, R0) fließen ein.
Zusatzspalten (hochgeladen)extras.<Spaltenname>Kategorisch: Rohwert je Ausprägung. Numerisch: Einheit wird umgerechnet, danach automatische Bin-Einteilung (siehe Filterbereich).

Werte außerhalb des jeweils analysierten Teilbereichs (z. B. ein klinischer Wert unter einem pathologischen Kriterium) werden von der Analyse ausgeschlossen statt in „Keine Angabe" zu landen - nur so bleibt die Gruppe wirklich rein.

Ausbreitungskategorie (aus TNM abgeleitet)

Wird eine Kohorte nach „Ausbreitungskategorie" stratifiziert, leitet die App die Kategorie automatisch aus der TNM-Klassifikation jedes Falls ab. TNM-Werte werden dabei normalisiert: das c/p-Präfix und Subkategorie-Suffixe werden ignoriert (z. B. cT1c, pT1 → T1; M1b → M1). Die Einteilung funktioniert auch bei unvollständigem TNM - bereits ein M1 oder ein positiver Lymphknotenstatus genügt.

KategorieRegel (TNM)
MetastasiertM1 (unabhängig von T und N)
FortgeschrittenN1, N2 oder N3 (regionäre Lymphknoten)
Lokal fortgeschrittenT3 oder T4, mit N0 und M0
Lokal begrenztT1 oder T2, mit N0 und M0
Carcinoma in situTis, mit N0 und M0
Unbekanntkein ausreichendes TNM vorhanden

Die Regeln werden von oben nach unten geprüft; die erste zutreffende Kategorie gewinnt. Die T-basierten Kategorien verlangen ein dokumentiertes N0 und M0, damit eine unbekannte Ausbreitung nicht fälschlich als lokal begrenzt gewertet wird.

Log-Rank-Test

Der Log-Rank-Test vergleicht Überlebenskurven.

  • Kleiner p-Wert bedeutet starkere Unterschiede.
  • Setzt proportionale Hazards voraus.

Gewichtete Varianten

Der Standard-Log-Rank ist optimal bei proportionalen Hazards. Bei sich kreuzenden Kurven oder nicht-proportionalen Hazards bieten gewichtete Varianten mehr Power, indem sie bestimmte Zeitbereiche stärker betonen. Die Variante kann in der Seitenleiste „Plot-Darstellung" gewählt werden.

VarianteGewicht w(t)Wann nutzen
Standard (Mantel-Haenszel)w(t) = 1Default; optimal bei proportionalen Hazards. Uniforme Gewichtung über alle Event-Zeitpunkte.
Wilcoxon (Gehan-Breslow)w(t) = n(t)Gewichtet frühe Ereignisse stärker (n(t) im Nenner sinkt mit der Zeit). Sensitiv für frühe Unterschiede, weniger sensitiv für späte Plateau-Unterschiede.
Peto-Petow(t) = S~(t-)Gewichtet mit der gepoolten Überlebensfunktion S(t) (Prentice-Modifikation). Robuste Variante von Wilcoxon, weniger empfindlich gegen Zensierungs-Muster.
Tarone-Warew(t) = √n(t)Kompromiss zwischen Standard und Wilcoxon (√n(t)). Allround-Variante wenn unklar wo Unterschiede liegen.

Hinweis: Die Wahl der Variante sollte vor Ansicht der Daten erfolgen, nicht nach dem niedrigsten p-Wert (Cherry-Picking-Risiko). Im Zweifel den Standard-Log-Rank reporten und gewichtete Varianten als Sensitivitätsanalyse.

p-Werte, multiples Testen und explorative Auswertung

Ein Signifikanzniveau von 0,05 bedeutet, dass ein einzelner Test in etwa 5 % der Fälle einen Unterschied anzeigt, obwohl keiner besteht. Dieses Risiko gilt pro Test, nicht pro Auswertung. Wer zehn verschiedene Stratifizierungen durchprobiert, hat rund 40 % Chance, mindestens einmal ein p unter 0,05 zu sehen, ohne dass in den Daten ein echter Unterschied steckt (1 minus 0,95 hoch 10).

Diese App macht das Durchprobieren besonders leicht: Jede Stratifizierung und jeder Filter ist einen Klick entfernt. Genau darin liegt die Gefahr. Wird anschließend nur das Ergebnis mit dem kleinsten p-Wert berichtet, ist dieser p-Wert nicht mehr interpretierbar.

Was hilft
  • Die Fragestellung festlegen, bevor die Daten geladen werden, und genau diese eine auswerten.
  • Alles Weitere als explorativ kennzeichnen. Explorative Befunde erzeugen Hypothesen, sie bestätigen keine.
  • Einen so gefundenen Zusammenhang in einer unabhängigen Kohorte prüfen, bevor er als gesichert gilt.
Datenverarbeitung

Die Verarbeitung erfolgt lokal im Browser.

  • Es werden keine Daten an Server übertragen.
  • Beim Schließen des Tabs werden alle Daten gelöscht.
Kaplan-Meier

Die Kaplan-Meier-Kurve schätzt die Überlebenswahrscheinlichkeit über die Zeit.

  • Zeit in Monaten, Wahrscheinlichkeit auf der y-Achse.
  • Vergleiche mehrere Gruppen.
  • Tabelle der Patienten unter Risiko unterhalb des Plots.
  • Über die Seitenleiste „Plot-Darstellung" lassen sich Median-Linien, Konfidenzbänder, p-Wert, Landmark-Tabelle (1/3/5 Jahre) und Median-Follow-up-Anzeige einzeln ein- und ausblenden.
Cox-Regression

Die Cox-Regression schätzt Hazard Ratios für Gruppen.

  • Ausgabe umfasst Hazard Ratios und Konfidenzintervalle.
  • Hazard Ratios über 1 bedeuten höheres Risiko.
  • Schätzer basiert auf partieller Likelihood.
  • Ties-Methode: Die Behandlung gleichzeitiger Ereigniszeiten lässt sich zwischen Efron (Standard, identisch zu R/SAS) und Breslow umschalten. Efron ist bei vielen Ties genauer; Breslow steht für Vergleichbarkeit mit älteren Auswertungen zur Verfügung.
  • Setzt proportionale Hazards voraus.
Rechenregeln der OncoBoxen

Lädt man eine OncoBox-Datei, rechnet die Kurve nach der Spezifikation genau dieser Box. Die Boxen unterscheiden sich, und diese Unterschiede werden nicht eingeebnet. Kurven verschiedener Boxen sind deshalb nicht unbesehen vergleichbar.

Alle Zeiten aus OncoBox-Daten sind Tage seit dem Diagnosedatum, so wie es die Spezifikationen vorschreiben. Auswertungen aus oBDS, CSV, TXT und Excel rechnen weiter in Monaten.

Der Schätzer ist in allen Boxen derselbe: die Fälle werden nach Zeit sortiert, die Risikomenge sinkt je Zeile um eins, und die Überlebenswahrscheinlichkeit ist das Produkt der Faktoren (r minus delta) geteilt durch r. Gleiche Zeiten werden nacheinander abgearbeitet, nicht zusammengefasst. Das weicht von der üblichen Konvention ab und liefert bei gleichen Zeiten leicht andere Werte.

Die Fundstelle unter jedem Abschnitt nennt Spezifikation und Blatt und verweist auf die Herstellerseite der OnkoZert GmbH, auf der diese Dateien veröffentlicht werden. Eine dauerhafte Adresse der einzelnen Datei gibt es nicht, die Fassungen wechseln mit dem Auditjahr.

Worauf eine Regel beruht

Jede Kurve trägt eine Herkunftsangabe, auch in der Exportdatei. Vorschrift heißt: wörtlich aus dem Auswertungsblatt der Box. Abgeleitet heißt: aus der Ereignisdefinition derselben Box gefolgert, dort aber nicht als Kurve vorgeschrieben. Literatur heißt: aus den veröffentlichten Standards für Studienendpunkte, nicht vom Zertifizierer bestätigt.

Brust 1.0, Vorschrift

eb_brust-N1.1.1, Blätter Kaplan-Meier (DFS) und (OAS)

  • Nicht in der Auswertung: postoperativ nicht tumorfrei (M1 oder R1/R2), Fall mit relevanter Krebsvorerkrankung, Fall ohne datierte Follow-up-Meldung. Für das Gesamtüberleben gilt allein das letzte Kriterium.
  • Ereignis ist das erste Follow-up mit lokalem Rezidiv, Lymphknotenrezidiv, Fernmetastasen oder Zweittumor. Der Zweittumor zählt hier ausdrücklich mit, anders als in der verbreiteten Lesart des krankheitsfreien Überlebens.
  • Wer ohne Rezidiv verstirbt, geht als Ereignis am Sterbedatum ein. Ohne Rezidiv und ohne Sterbedatum wird am letzten datierten Follow-up zensiert.

Darm 1.0, Vorschrift

eb_darm-P1.1.1, Blätter Kaplan-Meier DFS I und II sowie OAS I und II

  • Nicht in der Auswertung: kein UICC-Stadium, UICC IV, innerhalb von 30 Tagen nach der Operation verstorben, relevante Krebsvorerkrankung, synchron behandelter weiterer kolorektaler Primärtumor, keine Vollremission (kein R0 oder postoperativ M1a/b/c), keine Follow-up-Meldung oder nur mit Life-Status.
  • Ereignis ist das erste Follow-up, in dem eines der vier Felder für lokoregionäres Rezidiv, Lymphknotenrezidiv, Fernmetastasen oder Zweittumor den Wert 1 trägt.
  • Wer ohne Rezidiv verstirbt, geht als Ereignis ein, gerechnet bis zum Follow-up-Datum. Die Box führt kein eigenes Sterbedatum, der Tod wird im Follow-up gemeldet.
  • Der Beobachtungszeitraum endet nach 5 Jahren. Wer bis dahin kein Ereignis hatte, wird am Rand zensiert. Nur die Darm-Box macht diese Vorgabe.
  • Die Rezidivfelder von Darm kennen den Wert 2 für unbekannt. Ein Fall mit einer 2 erfüllt keine der drei Kategorien der Spezifikation und bleibt deshalb aus der Auswertung. Diese Lücke steht beim Zertifizierer zur Klärung.

Prostata 1.0, Vorschrift

eb_prostata-Q1.1.1, Blätter Kaplan-Meier (DFS) und (OAS) sowie Categories

  • Der Ausschluss verzweigt zuerst nach Falltyp: nicht interventionell, interventionell oder Zufallsbefund. Ein nicht interventioneller Fall zählt geschlossen als nicht tumorfrei; bei den übrigen entscheiden Operationstyp, Bestrahlungstyp und Randstatus. Dazu die relevante Krebsvorerkrankung und die fehlende gültige Follow-up-Meldung.
  • Ereignis ist das erste Follow-up mit Lokalrezidiv, biochemischem Rezidiv, Metastase oder Zweittumor. Das biochemische Rezidiv kennt keine andere Box; es tritt meist deutlich vor einem sichtbaren Rezidiv auf.
  • Prostata nennt das Ereignisdatum selbst, getrennt je Ereignistyp. Die Zeit läuft deshalb bis zu diesem Datum, nicht bis zum Untersuchungsdatum. Bei Brust und Darm ist diese Näherung unvermeidbar, hier nicht.
  • Eine Follow-up-Meldung gilt nur als gültig, wenn bei einem Lebenden kein Statusfeld unbekannt ist. Bei einem Verstorbenen sind Lücken erlaubt, dafür muss ein Sterbedatum vorliegen.

Brust, Lunge und Darm 2.0, Ableitung

Blatt EQ Kategorien (Klinisch), auf den Verlauf übertragen

  • Diese Boxen schreiben keine Kurve vor. Ihre Spezifikationen kennen nur Raten zu den Stichzeitpunkten 1, 3, 5 und 10 Jahren. Die Kurve folgt deshalb aus ihrer eigenen Ereignisdefinition, ist aber nicht selbst Vorgabe des Zertifizierers.
  • Tumorfrei heißt: Residualstatus R0, oder im Verlauf Vollremission zusammen mit kein Nachweis in lokal, Lymphknoten und Fernmetastasen. Ereignis ist die erste Abweichung davon, oder ein Zweittumor.
  • Meldungen mit unbekanntem Status werden übersprungen. Sie sind weder ein sauberer Befund noch ein Ereignis; zensiert wird an der letzten Meldung, die eine Aussage trägt.
  • Zwei Bedingungen des EQ-Schemas gelten hier nicht, weil sie zur Stichzeitpunktlogik gehören: das Toleranzfenster um den Stichzeitpunkt und die Forderung nach einem aktuellen Follow-up im Korridor.

Die fünf Endpunkte ohne Boxvorschrift, Literatur

Lokalrezidivrate, lokalrezidivfreies Überleben, metastasenfreies Überleben, progressionsfreies Überleben und Überleben nach Progression sind in keiner OncoBox-Spezifikation als Kurve definiert. Ihre Regeln stützen sich auf die veröffentlichten Standards für Studienendpunkte und sind vom Zertifizierer nicht bestätigt.

  • Die Lokalrezidivrate wird als kumulative Inzidenz gerechnet, nicht als Kaplan-Meier-Kurve. Wer stirbt, bekommt kein Lokalrezidiv mehr; der Tod ist hier ein konkurrierendes Ereignis, kein Teil des Endpunkts. Kaplan-Meier behandelt Verstorbene als zensiert und überschätzt die Rate dadurch systematisch, bei Brustkrebs im Mittel um rund 28 Prozent.
  • Deshalb unterscheiden sich Rate und rezidivfreies Überleben auch inhaltlich: die Rate fragt, wie viele ein Lokalrezidiv bekommen, das rezidivfreie Überleben fragt, wie lange jemand ohne Lokalrezidiv am Leben bleibt.
  • Progressionsfreies Überleben und Überleben nach Progression stehen nur zur Verfügung, wo die Quelle eine Progression dokumentiert. Die Gesamtbeurteilung von Brust 1.0 führt den Wert P zwar, doch die Kategorien des Auswertungsblatts nutzen ihn nicht: für die Progression gibt es dort keine vorgeschriebene Regel. Darm 1.0 führt das Feld gar nicht. Das ist eine Lücke der Box, keine fehlende Umsetzung.

Wo sich die Boxen unterscheiden

  • Brust, Prostata und die 2.0-Boxen rechnen den Tod bis zum Sterbedatum, Darm bis zum Follow-up-Datum.
  • Darm begrenzt den Beobachtungszeitraum auf 5 Jahre, keine andere Box tut das.
  • Brust und Prostata codieren die Verlaufsfelder mit Buchstaben, Darm mit Ziffern. Dieselbe Bedingung liest sich deshalb je Box anders.
  • Prostata wertet zusätzlich das biochemische Rezidiv und nennt eigene Ereignisdaten. Kein anderes Modell tut das.
Export und Report

Jedes Ergebnis lässt sich vollständig exportieren, für Berichte, Publikationen oder die unabhängige Nachrechnung.

  • PDF-Report: über den Button „PDF-Report herunterladen" oben rechts. Enthält Analyse-Parameter, Kaplan-Meier-Kurve, Numbers-at-Risk, Landmark-Raten (1, 3 und 5 Jahre), Log-Rank, Cox (Forest-Plot und Tabelle) sowie Kohortengrößen. Per Checkbox optional mit Patiententabelle. Der Dateiname enthält Kohorte, Auswahl und Datum.
  • Grafiken: Kaplan-Meier-Kurve (mit Numbers-at-Risk) und Cox-Forest-Plot als PNG und als verlustfreies SVG (Vektor); die Statistik-Karte als PNG und SVG.
  • Daten: Patiententabelle als CSV; die vollständige Analyse als Excel-Arbeitsmappe (Kurven, Statistik, Log-Rank, Cox) zur Nachrechnung in R oder Python; Cox-Ergebnisse zusätzlich separat als CSV und Excel.

Berichte teilen: Pseudonymisierung und ihre Grenzen

Excel- und PDF-Report lassen sich in drei Varianten herunterladen: vollständig, ohne Patientendaten (die Patiententabelle entfällt, alle Auswertungen bleiben) oder pseudonymisiert. Pseudonymisiert bedeutet: Patienten-IDs werden durch fortlaufende Nummern ersetzt, Diagnose- und Enddatum je Patient um bis zu ±4 Wochen verschoben, und Angaben zur Quelldatei entfernt. Beide Daten eines Patienten werden um denselben Betrag verschoben, damit die Überlebenszeit exakt erhalten bleibt. Alle Auswertungen werden immer auf den Originaldaten gerechnet; die Pseudonymisierung greift erst danach auf die exportierte Tabelle.

Was das nicht leistet
  • Das ist Pseudonymisierung, keine Anonymisierung im Sinne der DSGVO.
  • In einer kleinen Kohorte kann die Kombination aus seltener ICD-10, Alter, T-Kategorie und Stratum eine Person weiterhin identifizierbar machen.
  • Die exakt erhaltene Überlebenszeit ist selbst ein Quasi-Identifikator.
  • Die Verschiebung ist deterministisch: Wer den Algorithmus und die echte Patienten-ID kennt, kann den Versatz nachrechnen.
  • Liegt ein Diagnosedatum nahe am Jahreswechsel, kann die Verschiebung es ins Nachbarjahr versetzen. Bei Stratifizierung nach Diagnosejahr steht ein Patient in der Tabelle dann scheinbar im falschen Stratum; die Kurven nutzen das echte Jahr.

Die Funktion senkt die Hürde für das kollegiale Teilen. Sie ersetzt keine datenschutzrechtliche Freigabe.

Anomalie-Warnungen

Beim Upload und auf der Ergebnisseite werden Datensätze auf Plausibilität und Konsistenz geprüft. Vier Klassen werden unterschieden.

Was passiert beim Upload?

Logik-Fehler (z.B. Tod vor Diagnose, Diagnose in der Zukunft) blockieren den Upload. Ein Modal listet die betroffenen Datensätze; eine CSV-Liste kann zur Korrektur in der Quelldatei heruntergeladen werden. Plausibilität, Outlier und Duplikate fließen durch und erscheinen erst auf der Ergebnisseite.

Was kann ich auf der Ergebnisseite tun?

Im Anomalie-Panel sind die Datensätze nach Klasse gruppiert. Pro Patient gibt es eine Checkbox, zusätzlich Bulk-Toggle pro Klasse und eine 'Alle exkludieren'-Aktion. Exkludierte Patienten fließen aus KM, Cox, Log-Rank, Tabelle und Excel-Export sofort raus. Der Zustand wird pro Datensatz in sessionStorage gespeichert (Tab-Reload behält ihn, neuer Tab nicht).

Vollständige Regel-Tabelle

Regel-IDKlasseVerhalten
death_before_diagnosislogicblock
last_contact_before_diagnosislogicblock
diagnosis_in_futurelogicblock
negative_survival_timelogicblock
age_out_of_rangelogicblock
dead_without_death_datelogicblock
tnm_t0_with_metastasisplausibilitywarn
survival_over_25_yearsplausibilitywarn
very_short_followup_aliveplausibilitywarn
diagnosis_year_unrealisticplausibilitywarn
oncobox_no_primary_markerplausibilitywarn
duplicate_patient_idduplicate_or_missingwarn
missing_diagnosis_dateduplicate_or_missingwarn
missing_vital_statusduplicate_or_missingwarn
oncobox_multiple_primariesduplicate_or_missingwarn
oncobox_no_follow_upduplicate_or_missingwarn
oncobox_no_diagnosis_codeduplicate_or_missingwarn
Entitätenspezifisches Staging nach Wiley

Das entitätenspezifische Staging basiert auf dem TNM-Atlas von Wittekind et al. in der 9. Auflage (Wiley, Nov. 2025). Nicht alle onkologischen Entitäten sind darin enthalten-die Klassifikation gilt ausschließlich für die nachfolgend aufgeführten Tumorentitäten.

Enthaltene Entitäten (61):

  • Ampulla Vateri
  • Analkanal/perianale Haut
  • Appendix
  • Cervix uteri
  • Distale extrahepatische Gallengänge
  • Dünndarm
  • Endometriumkarzinom
  • Extremitätenskelett, Rumpf, Schädelbasis, Gesichtsknochen
  • GIST des Dünndarms
  • GIST des Magens
  • Gallenblase
  • Große Speicheldrüsen
  • Harnblasenkarzinom
  • Harnröhrenkarzinom
  • Hautkarzinome
  • Hautkarzinome des Kopf-Hals-Bereichs
  • Hepatozelluläres Karzinom
  • Intrahepatische Gallengänge
  • Karzinom des Augenlids
  • Kolon/Rektum
  • Larynx
  • Lungenkarzinom
  • Magen
  • Malignes Melanom der Haut
  • Malignes Melanom der Uvea
  • Malignes Melanom des Aerodigestivtrakts
  • Mammatumoren
  • Merkelzellkarzinom
  • Mundhöhle
  • Nasenhöhle und Nasennebenhöhlen
  • Nasopharynx
  • Nebennierenrindentumor
  • Neuroendokrine Tumoren (G1/G2) des Pankreas
  • Neuroendokrine Tumoren der Appendix
  • Neuroendokrine Tumoren des Jejunum und Ileum
  • Neuroendokrine Tumoren des Magens
  • Neuroendokrine Tumoren von Duodenum/Ampulle
  • Neuroendokrine Tumoren von Kolon und Rektum
  • Nierenbecken und Harnleiter
  • Nierenkarzinom
  • Ovar, Tube, Peritonealkarzinom
  • Pankreas
  • Peniskarzinom
  • Perihiläre Gallengänge
  • Pleuramesotheliom
  • Prostatakarzinom
  • Retinoblastom
  • Schilddrüse (<55 Jahre)
  • Schilddrüse (≥55 Jahre)
  • Schilddrüse (anaplastisch)
  • Schilddrüse (medullär)
  • Thymustumoren
  • Thymic Tumours
  • Unbekannter Primärtumor mit Metastasen der Halslymphknoten
  • Uterussarkom
  • Vagina
  • Vulva
  • p16-negativ Oro- und Hypopharynxtumoren
  • p16-positive Oropharynxtumoren
  • Ösophagus/AEG (Adeno)
  • Ösophagus/AEG (PE)